12. Jan. 2026
+++ Pressemitteilung +++
Fraktion AfD/FB Teltow fordert ergebnisoffene Prüfung des Solarthermie-Projekts ...

Teltow, 12. Januar 2026 – Die Fraktion AfD/FB in der Stadtverordnetenversammlung Teltow hat einen Änderungsantrag zum Antrag der Verwaltung „Grundsatzbeschluss zur Unterstützung des Vorhabens 'Erneuerbare Energien - Ernst Schneller Straße' der Fernwärme Teltow GmbH (FWT) im Rahmen des Transformationsplans“ (DS 191/2025) eingereicht. Statt eines verbindlichen Grundsatzbeschlusses plädiert die Fraktion für eine umfassende, ergebnisoffene Prüfung des Projekts, um Risiken für Planung, Umwelt, Bürger und Finanzen der Stadt zu minimieren.
Das geplante Vorhaben umfasst die Nutzung erneuerbarer Energien durch Solarthermie in Kombination mit einem saisonalen Erdbecken-Wärmespeicher auf einer Fläche von etwa 180 m x 43 m und 5 m Tiefe an der Ernst-Schneller-Straße. Es soll die Fernwärmeversorgung in Teltow ‚klimaneutraler‘ gestalten und ist Teil des BEW-Transformationsplans der Fernwärme Teltow GmbH. Die AfD-Fraktion betont jedoch, dass ein solcher Beschluss keine bloße Meinungsäußerung sei, sondern einen Arbeitsauftrag an den Bürgermeister und die Verwaltung darstelle, der erhebliche Ressourcen bindet – ohne Garantie für die Realisierbarkeit.
Die Fraktion hebt mehrere Risiken hervor.
Das spätere Bebauungsplanverfahren (B-Plan) muss rechtlich ergebnisoffen bleiben. Betroffene Anwohner in der Oskar-Pollner-Straße und Ernst-Schneller-Straße könnten durch einen 3 bis 3,50 m hohen Wall und Solarthermie-Module in unmittelbarer Nähe ihres Eigens einen Verlust des freien Blicks und Beeinträchtigung des Immissions- und Nachbarschutzes beklagen. Dies könnte zu Normenkontrollverfahren und Eilverfahren führen, die bis zu fünf Jahre dauern und Verzögerungen verursachen – mit Risiken für Baukostensteigerungen, Fördermittel und den Technikstand.
Der Aushub von rund 40.000 m³ Erde birgt das Risiko einer Bodenbelastung, wie beim Hafenausbau erlebt. Nur unbelastete Erde könnte für einen Wall genutzt werden; andernfalls wären 2.500 bis 3.000 Lkw-Fahrten zur Deponie notwendig, was Straßen und Wohngebiete – einschließlich der Anne-Frank-Grundschule – stark belastet. Probebohrungen werden empfohlen, um dies frühzeitig zu klären.
Die Nähe zu Wohnhäusern könnte Akzeptanzprobleme schaffen. Beispiele aus Meldorf (Schleswig-Holstein) und Bracht (Hessen) zeigen, dass erfolgreiche Erdbecken-Wärmespeicher in Ortsrandlagen mit größerem Abstand zu Siedlungen errichtet wurden, was zu höherer Bürgerbeteiligung führte – in Bracht sogar durch eine Bürgergenossenschaft. In der Ernst-Schneller-Str. würde das erste und größte Solarthermie-Projekt mit Erdbecken-Wärmespeicher in Deutschland entstehen.
Verzögerungen könnten Fördermittel gefährden und die Amortisation des Projekts (geschätzte Baukosten: im Mio. € Bereich) erschweren. Die Langlebigkeit der Anlage (30–50 Jahre für den Speicher, 25–30 Jahre für Module) macht eine einfache Rückbau-Option unrealistisch. Zudem muss geprüft werden, ob Fernwärmepreise sinken und ob Entsorgungskosten korrekt kalkuliert sind.
Der Änderungsantrag beauftragt den Bürgermeister, das Projekt planungsrechtlich, städtebaulich, umweltfachlich und wirtschaftlich zu prüfen. Die Prüfung umfasst eine standortbezogene Bewertung mit Alternativen, Risikoanalysen zu Planung, Zeit, Kosten und Akzeptanz sowie geeignete Beteiligungsformate. Die Ergebnisse sollen der Stadtverordnetenversammlung berichtet werden, auf Basis derer über einen Grundsatzbeschluss oder die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens (FN-Plan und B-Plan) entschieden wird. Dies begründet keine Vorfestlegung für einen bestimmten Standort.
„Wir fordern eine transparente und verantwortungsvolle Planung für die Bürger, Umwelt und damit Steuergelder schützt. Ein Prüfauftrag ist der richtige Weg, um Fakten zu schaffen, bevor wir Ressourcen binden“, so Fraktionsvorsitzende Ellen Behnke.
Kontakt für Rückfragen:
Ellen Behnke, Fraktionsvorsitzende AfD/FB Teltow
E-Mail: e.behnke-svv@teltow.eu
